Skip to content

Sommertour des AWO-Präsidenten Michael Groß durch den AWO-Bezirksverband Braunschweig

News

Die Zukunft des Sozialstaates im Fokus

AWO-Präsident Michael Groß auf Sommertour durch den Bezirksverband Braunschweig, gemeinsam mit Gabriele Siebert-Paul

 

Im Rahmen seiner diesjährigen Sommertour mit dem Schwerpunkt „Soziale Ungleichheit bekämpfen!“ hat der Präsident des AWO-Bundesverbandes Michael Groß gemeinsam mit der Präsidiumsvorsitzenden des AWO-Bezirksverbandes Braunschweig, Gabriele Siebert-Paul, verschiedene Einrichtungen unseres Verbandes besucht. Der Besuch stand in diesem Jahr insbesondere unter dem Eindruck der umfassenden finanziellen Kürzungen bei sozialen Institutionen und fand seinen Höhepunkt in einem abendlichen „Zukunftsgespräch Sozialstaat | Politischer Austausch vor Ort“ gemeinsam mit Dr. Andreas Philippi, Niedersächsischer Minister für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung, Dr. Thorsten Kornblum, Oberbürgermeister der Stadt Braunschweig, sowie dem AWO-Vorstandsvorsitzenden des Bezirksverbands, Rifat Fersahoglu-Weber.

Dem abendlichen Austausch mit der Politik ging der Besuch in drei Einrichtungen des AWO-Bezirksverbandes voraus, alle sind von den finanziellen Kürzungen betroffen. Die erste Station der Bereisung war die AWO-Arche in Wolfenbüttel. Die Einrichtung bietet eine Tagesstätte für Menschen, die psychisch aus ihrer Balance geraten sind. Sie finden hier einen Schutzraum, können sich regenerieren und ihre Fähigkeiten erproben. Es stehen dafür verschiedenen Räumlichkeiten wie ein Sportraum, Werkstätten und Küche zur Verfügung. Zu den Angeboten der Arche gehört auch die Assistenz beim Wohnen und sie fungiert als Kontaktstelle. Im Gespräch mit Einrichtungsleiterin Alice Busch-Karrenberg informierte sich Michael Groß über die Herausforderungen und Ziele der Arbeit. Dabei wurde deutlich: die Angebote der Arche dienen auch der Prävention, denn die Förderung von Selbstbestimmung und Eigenständigkeit der Klient*innen kann unter Umständen eine Verschlechterung von psychischen Krankheitsbildern verhindern, die Integration in den Arbeitsmarkt ermöglichen und so auch Kosten für den Sozialstaat reduzieren.

Mit dem AWO-Fanprojekt stand als nächste Station eine Einrichtung der Jugendhilfe auf dem Programm. Das Projekt fungiert als Ansprechpartner für Jugendliche und Erwachsene rund um die Fußballkultur. Zu den Aufgaben gehören Einzelfallberatung, Spieltagbegleitung, pädagogische Angebote und Demokratiebildung, z. B. im Rahmen von Projektwochen für Schulklassen. Neben Michael Groß interessierten sich auch Oberbürgermeistern Dr. Thorsten Kornblum und SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf für diese Einrichtungen. Im AWO-Fanhaus tauschten sie sich gemeinsam mit Michael Groß und den Vertreter*innen des AWO-Bezirksverbandes Braunschweig aus. Einrichtungsleiter Karsten König betonte, wie wichtig die Arbeit für eine nachhaltige Einwirkung auf die Fankultur in Braunschweig sei, über die sehr viele Menschen erreicht werden können.

Welches Potential hinter einem Projekt stecken kann, bei dem es augenscheinlich zunächst „nur“ ums Gärtnern geht, zeigte der Besuch im „Garten ohne Grenzen“ in Braunschweig. Der Treffpunkt für Senior*innen aus aller Welt im westlichen Ringgebiet ist seit über 10 Jahren ein wichtiger Bestandteil des Gemeinwesens. Menschen aus unterschiedlichsten Kulturen ziehen hier gemeinsam mit Einheimischen in Einzel- und Gemeinschaftsparzellen Gemüse und finden einen Ort der Gemeinschaft. Projektkoordinatorin Lale Vahabzada und Martin Stützer, Leiter der AWO-Migrationsberatung, stellten Michael Groß das Gemeinschaftsprojekt des AWO-Bezirksverbandes Braunschweig und des Seniorenbüros der Stadt Braunschweig vor und erklärten, wie der Garten als Ort der Begegnung gesellschaftliche Teilhabe für die Bewohner*innen-Gruppen des heterogenen Stadtteils ermöglicht. Zugleich wurde auch hier im Gespräch deutlich, wie wichtig eine auskömmliche Finanzierung des Gartens ist. Vergleichsweise kleine Beträge können hier eine große Wirkung entfalten – fehlen diese jedoch, laufen wertvolle Projekte aus. Bestes Beispiel ist das befristete Zusatzprojekt „Bunter Ring“, welches in den vergangenen drei Jahren die Quartiersarbeit im westlichen Ringgebiet mit Konzerten, Workshops, Kinderaktivitäten und vielen weiteren Teilhabeangeboten bereichert hat und nun nicht mehr fortgesetzt werden kann.

Die Auswirkungen aktueller Bundesentscheidungen auf die Kommunalebene sowie auf die Wohlfahrtspflege, insbesondere auf die Eingliederungshilfe, die Kinder- und Jugendhilfe sowie die Pflege, machten Michael Groß und Rifat Fersahoglu-Weber am Abend im Rahmen des „Zukunftsgesprächs Sozialstaat | Politischer Austausch vor Ort“ deutlich. Zu dem Austausch im AWO-Innovationslabor waren neben dem AWO-Bundespräsidenten Michael Groß, der Niedersächsische Sozialminister Dr. Andreas Philippi, sowie Dr. Thorsten Kornblum, Oberbürgermeister der Stadt Braunschweig, gekommen, um die unterschiedlichen Perspektiven aus Bund, Land und Kommune zu diskutieren.

Einen Artikel zum „Zukunftsgespräch Sozialstaat“ lesen Sie hier!