Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit
Der AWO-Bezirksverband Braunschweig will nachhaltiger werden und zum sozialen und ökologischen Wandel beitragen. Deshalb unterstützt er die Verwirklichung der 17 Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung.
Um die Verwirklichung der 17 Ziele strukturiert und gesteuert voranzutreiben, hat der Vorstand gemeinsam mit seiner Nachhaltigkeitsbeauftragten Nadine Steinhardt bereits einen Fahrplan Nachhaltigkeit entwickelt und umgesetzt.
Im Sinne einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung arbeitet der AWO-Bezirksverband Braunschweig e.V. außerdem an der Einführung eines übergreifenden Umweltmanagementsystem gemäß EMAS. Damit soll ein effektiver Beitrag zum Umweltschutz geleistet werden. Dieser Prozess wird durch unsere Umweltmanagementbeauftragte Carla Mundt begleitet.
Einführung eines Umweltmanagementsystems nach EMAS
Doch was ist EMAS überhaupt?
Die Abkürzung EMAS steht für Eco-Management and Audit Scheme. Dabei handelt es sich um ein Europäisches Umweltmanagementsystem. Analog zu einem Qualitätsmanagementsystem werden mit EMAS Prozesse etabliert und optimiert, welche die umweltrelevanten Aspekte eines Unternehmens in den Fokus stellen. Hierfür werden konkrete Ziele vereinbart und Maßnahmen umgesetzt. EMAS-Organisationen leisten also einen wirksamen Beitrag zum Umweltschutz indem die Umweltauswirkungen systematisch erfasst und verbessert werden.
Warum machen wir EMAS?
Nach dem Energieeffizienzgesetz sind wir als AWO-Bezirksverband Braunschweig e.V. dazu verpflichtet ein Energie- oder Umweltmanagementsystem einzuführen. Neben der Erfüllung des Energieeffizienzgesetzes sehen wir in der Einführung von EMAS weitere Chancen für uns als AWO-Bezirksverband. Übergeordnet steht das Ziel einer kontinuierlichen Verbesserung der Umweltauswirkungen. Daneben streben wir mit der Einführung von EMAS folgende positive Aspekte an:
- Effizienzsteigerung bei der Nutzung von Ressourcen (z.B. Energie, Materialien, Wasser)
- Kostensenkung durch Energie- und Ressourceneinsparungen
- Verringerung von Emissionen, Abfällen, Abwasser
- Erhöhte Transparenz über umweltbezogene Themen intern und extern
- Engagement im Umweltschutz
- Gestaltungsfreiheit und aktive Mitarbeiterbeteiligung
- Nachweis über die Rechtssicherheit
- Zukunftssichere Unternehmensaufstellung
Wie gehen wir vor?
Die Einführung von EMAS erfolgt schrittweise und wird von unserer Umweltmanagementbeauftragten begleitet. Die einzelnen Schritte während des Einführungsprozesses sind in den folgenden Unterpunkten genauer beschrieben.
Weitere Informationen für Interessierte sind auf der EMAS-Internetseite zu finden: Was ist EMAS: Umweltmanagementsystem EMAS

Die Basis des neu einzuführenden Umweltmanagementsystems nach EMAS ist eine ausgiebige Umweltprüfung. Dabei handelt es sich um eine systematische Auseinandersetzung mit den Anforderungen an den AWO Bezirksverband auf verschiedenen Ebenen:
Bei einer Kontextanalyse werden interne und externe Einflussfaktoren (z.B. politische Faktoren, Umweltereignisse, soziokulturelle Faktoren, etc.) auf den AWO Bezirksverband identifiziert und bei der Gestaltung des Umweltmanagementsystems berücksichtigt.
Außerdem erfolgt eine Stakeholder-Analyse. Dabei werden interessierte Parteien intern und extern erfasst (z.B. Beschäftigte, Klienten, Behörden, etc.) und Anforderungen und Erwartungen an das Umweltverhalten und die Umweltstrategie erfragt. Erkenntnisse aus dem Stakeholder-Dialog können dann bei der Entwicklung eines Umweltmanagementsystems berücksichtigt werden.
Die Analyse der relevanten Umweltaspekte bildet eine wichtige Grundlage für den Aufbau des Umweltmanagementsystems. Dabei werden die Umweltauswirkungen des AWO Bezirksverbandes ermittelt und untersucht, ob diese direkt oder indirekt beeinflusst werden können. Im nächsten Schritt werden die Umweltaspekte nach ausgewählten Kriterien bewertet. Umweltaspekte, die als bedeutend eingestuft werden, werden bei der weiteren Entwicklung des Umweltprogramms und in der Umwelterklärung besonders berücksichtigt.
Weitere Bestandteile der Umweltprüfung sind die Identifikation geltender rechtlicher Verpflichtungen sowie die Prüfung auf etablierte Prozesse, welche für die Einführung eines Umweltmanagementsystems genutzt werden können.
Auf Grundlage der Umweltprüfung und der relevanten Umweltaspekte, werden im nächsten Schritt übergreifende Umweltziele definiert, welche mit spezifischen Einzelzielen und Maßnahmen konkretisiert werden. Die definierten Ziele und Maßnahmen werden in einem Umweltprogramm festgehalten. Bei der Einführung von EMAS legen wir einen hohen Wert auf Transparenz und Mitarbeiterbeteiligung, sodass Entscheidungen über künftige Ziele und Maßnahmen in Zusammenarbeit mit den einzelnen Standorten getroffen werden.
Für die festgelegten Ziele werden Kennzahlen definiert und Daten erhoben. Dies ermöglicht es Veränderungen in der Umweltleistung zu erfassen und damit die Wirksamkeit des Umweltmanagementsystems und der definierten Maßnahmen zu überprüfen.
Die Kennzahlen ermöglichen es die Umweltleistung eines Unternehmens messbar zu machen. EMAS setzt die Auseinandersetzung mit bestimmten Kennzahlen aus folgenden Themenbereichen voraus.
- Abfall
- Wasser
- Energie
- Emissionen
- Biodiversität
- Ressourcennutzung
Nach der Festlegung eines Umweltprogramms folgt dessen Umsetzung. In diesem Schritt sollen Ziele und Maßnahmen umgesetzt werden. Dazu werden Prozesse und Strukturen aufgebaut, die sich in die bisherigen Abläufe integrieren sollen. Eine erfolgreiche Umsetzung des neuen Umweltmanagementsystems funktioniert nur unter aktiver Beteiligung und Mitgestaltung der Mitarbeitenden.
Bei der internen Prüfung wird das neue Umweltmanagementsystem und dessen Wirksamkeit auf den Prüfstand gestellt. Dies erfolgt über zwei Ebenen:
Bei den Umweltbetriebsprüfungen (Interne Audits) werden Begehungen und Gespräche mit den einzelnen Standorten durchgeführt. Dies bietet die Möglichkeit gemeinsam Verbesserungspotenziale zu identifizieren und sich offen darüber auszutauschen.
Bei der Managementbewertung wird auf strategischer Ebene überprüft, ob das neu entwickelte Umweltmanagementsystem funktionsfähig ist und wo Verbesserungspotenzial besteht.
Mit der Umwelterklärung wird ein Bericht veröffentlicht, welcher die wesentlichen Umweltaspekte, das Umweltprogramm mit der Umweltzielsetzung und die erhobenen Kennzahlen enthält. Damit wird das Engagement im Umweltschutz öffentlich sichtbar und die messbaren Veränderungen in der Umweltleistung transparent gemacht. Die Umwelterklärung wird zukünftig einmal im Jahr veröffentlicht werden.
Abgeschlossen wird die Einführung von EMAS mit der Validierung durch einen externen Umweltgutachter. Bei der Begehung durch den externen Gutachter wird das neue System auf seine Wirksamkeit überprüft. Die Einführung und Validierung eines EMAS-Systems dauert dabei in der Regel ein Jahr, sodass der AWO-Bezirksverband Braunschweig e.V. eine Registrierung als EMAS-Unternehmen im Jahr 2026 anstrebt. EMAS ist ein dauerhaft angelegtes System und zielt auf eine kontinuierliche Verbesserung ab. Nach der ersten Validierung geht es also um eine Weiterentwicklung und fortlaufende Anpassung des Systems und des Umweltprogramms. Die Begutachtung durch einen externen Umweltgutachter wird daher auch zukünftig jährlich an verschiedenen Standorten stattfinden.
Fahrplan Nachhaltigkeit
Wichtige Eckpunkte des Fahrplans sind:
Diese steuert den strategischen Prozess und trifft übergreifende Entscheidungen. Teilnehmende an der Steuerungsgruppe sind die Geschäftsleitung, der UBR, das Gebäudemanagement, die Öffentlichkeitsarbeit, die QM-Beauftragte und die Umweltmanagementbeauftragte. Die Steuerungsgruppe trifft sich viermal im Jahr.
Sie besteht aus 17 Praktiker*innen aus den Einrichtungen und Funktionsstellen der Geschäftsstelle. Die Zukunftsgruppe bereitet Entscheidungen für die Steuerungsgruppe vor und dient als Sprachrohr aus und in die Einrichtungen. Sie trifft sich viermal im Jahr.
Die Bestandsaufnahme fand im Jahr 2023 statt und diente dazu, unseren aktuellen Stand zum Thema Nachhaltigkeit zu bestimmen. Es ging um Fragen wie: „Wie hoch ist der Energieverbrauch in den Einrichtungen?“, „Wieviel Restabfall produzieren wir?“ oder auch: „Wie wird die Schwerbehindertenquote umgesetzt?“ Dies war der Ausganspunkt um eigene Handlungsziele und Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit zu definieren.
Um unsere Mitarbeiter*innen aktiv am Thema Nachhaltigkeit zu beteiligen, haben wir 2023 eine Energiesparchallenge durchgeführt und die besten Ideen zur Einsparung von Energie prämiert. 2024 suchten wir dann nachhaltige Ideen in den Einrichtungen und konnten drei Nachhaltigkeitspreise vergeben. Der Nachhaltigkeitspreis wird nun im 2-jährlichen Abstand vergeben.
Unser Ziel ist es, alle Schritte in unserem Nachhaltigkeitsprozess transparent in unseren internen Medien und den Dienstbesprechungen kommunizieren. Auf unserer internen Plattform Just Social wird über den Kanal „Nachhaltigkeit“ über aktuelle Themen berichtet. Hier werden unter anderem die Einreichungen für den Nachhaltigkeitspreis gesammelt, welche den Einrichtungen zur Inspiration für eigene Ideen dienen können.
Ansprechpartnerinnen
Nadine Steinhardt
Nachhaltigkeitsbeauftragte
Telefon: 0531 3908 – 165
E-Mail: steinhardt [at] awo-bs.de
Carla Mundt
Umweltmanagementbeauftragte
Telefon: 0531 3908 – 2893
E-Mail: carla.mundt [at] awo-bs.de
