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Kooperation zur Stärkung inklusiver Schule
In der vergangenen Woche wurde die Arbeit des „Mobilen Dienstes emotionale und soziale Entwicklung“ (MD ESE) in der Region evaluiert. Seit drei Jahren wird sie durch eine gemeinsame Kooperationsvereinbarung des Regionalen Landesamtes für Schule und Bildung Braunschweig (RLSB BS), der Städte Braunschweig und Wolfsburg, des Landkreises Helmstedt und des AWO-Bezirksverbandes Braunschweig e. V. verantwortet und weiterentwickelt.
Die Zusammenarbeit verbindet schulische, sozialpädagogische und systemische Perspektiven. Sie stärkt Kinder und Jugendliche in ihrer emotionalen und sozialen Entwicklung und unterstützt Lehrkräfte und Familien: Präventiv, niedrigschwellig und lösungsorientiert.
Im Mittelpunkt stehen dabei häufig jene Schüler*innen, die im Alltag als „auffällig“ oder „überfordernd“ wahrgenommen werden. Ihr Verhalten ist oft ein Ausdruck von Belastung, Unsicherheit und dem Wunsch, gesehen zu werden.
Der Mobile Dienst setzt genau hier an: verstehen, vermitteln, stärken und verbinden. Damit Schulen handlungsfähig bleiben, Familien Orientierung finden und Kinder in ihrem vertrauten Umfeld lernen können.
„Mit der Evaluation unserer gemeinsamen Kooperation blicken wir auf einen Prozess, der zeigt, was Inklusion praktisch bedeutet: gemeinsame Verantwortung übernehmen, für Kinder, für Schulen, für Entwicklung“, sagte AWO-Vorstandsvorsitzender Rifat Fersahoglu-Weber in seinem Grußwort.
Mit Blick auf die vergangenen drei Schuljahre und die 2320 dokumentierten Beratungsprozesse wird deutlich, wie wirkungsvoll Kooperation sein kann, wenn verschiedene Systeme Verantwortung teilen: „Die Ergebnisse zeigen: Insgesamt konnten neun von zehn Beratungsprozessen zu einer Stabilisierung im allgemeinen Schulsystem führen.“ so Rifat Fersahoglu-Weber.
Die Ergebnisse im Überblick:
- 75 % der Kinder und Jugendlichen blieben an ihrer Schule.
- 8 % wechselten innerhalb der Regelschule – meist mit fortgesetzter Begleitung.
- 11 % der Beratungen zielten auf die Verbesserung des Klassen- und Schulklimas.
- Nur rund 2 % führten zu einer Überweisung an eine Förderschule mit dem Schwerpunkt ESE (emotionale-soziale Entwicklung).
Zudem ist besonders hervorzuheben, dass über 60 % der Beratungen sich auf Kinder und Jugendliche ohne festgestellten sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf bezogen, was die präventive Ausrichtung des Beratungsangebots des MD ESE verdeutlicht. Zudem zeigte sich in allen drei Regionen eine kontinuierlich steigende Nachfrage nach präventiver und systemischer Unterstützung.
Der MD ESE schafft Räume für Verständigung und Beziehung und trägt so dazu bei, dass Schule für viele Kinder ein Ort der Stabilität, des Lernens und der Teilhabe bleibt.
