ambulante Angebote
FanProjekt
Seit 2007 begleitet das FanProjekt Braunschweig junge Fußballfans auf ihrem Weg in eine selbstbestimmte und sozial verantwortliche Lebensgestaltung.
Als Einrichtung der Jugendhilfe ist das FanProjekt heute beim AWO-Bezirksverband Braunschweig angesiedelt und erfüllt die Qualitätsstandards des Sozialgesetzbuches VIII sowie des Nationalen Konzepts Sport und Sicherheit (NKSS).
Die finanzielle Förderung des Fan-Projekts setzt sich aus Fördermitteln der Stadt Braunschweig und des Landes Niedersachsen zusammen. Die Summe der Fördermittel wird dann durch die finanzielle Förderung der DFL verdoppelt.


Träger und Standort
Nach der Gründung unter der Trägerschaft der Freiwilligenagentur Wolfenbüttel wechselte das FanProjekt 2009 zum AWO-Kreisverband Braunschweig e.V. und ist seit Anfang 2025 im AWO-Bezirksverband verankert. Der zentrale Treffpunkt ist das FanHaus in der Rheingoldstraße 34, das im Auftrag der Eintracht Braunschweig FanHaus UG betrieben wird. Neben sozialpädagogischer Arbeit finden dort regelmäßige Angebote für junge Fans statt – insbesondere an Heimspieltagen, mit Unterstützung eines engagierten Teams von Haupt- und Ehrenamtlichen.
Aufgaben und Arbeitsweise
Das FanProjekt versteht sich als verlässlicher Ansprechpartner für Jugendliche und junge Erwachsene bis 27 Jahre, die im Umfeld der Fußballkultur sozialpädagogische Begleitung und Unterstützung benötigen. Die Arbeit basiert auf einem ressourcenorientierten und lebensweltbezogenen Ansatz, der Partizipation, Prävention und Bildung in den Mittelpunkt stellt.
Schwerpunkte der Arbeit
Einzelfallhilfe & Beratung: Unterstützung bei persönlichen, schulischen oder familiären Herausforderungen sowie Hilfestellung bei Ausbildungs- und Wohnungssuche.
Spieltagbegleitung: Anwesenheit bei Heim- und Auswärtsspielen zur Deeskalation und Vermittlung zwischen Fans und beteiligten Akteuren wie Sicherheitsdiensten oder Behörden.
Offene Jugendarbeit im FanHaus: Verlässliche Ansprechbarkeit vor Ort mit aufsuchender und niedrigschwelliger Beratung.
Freizeitpädagogik: Organisation von Jugendbegegnungen und Freizeitangeboten wie etwa Feriencamps.
Demokratiebildung: Angebote zur Förderung von Toleranz, Vielfalt und gewaltfreier Konfliktlösung.
Gewalt- und Suchtprävention: Durchführung freiwilliger Antigewalttrainings, vertrauliche Beratung bei Suchtproblemen oder psychischer Belastung in Kooperation mit Fachstellen.
Partizipation: Einbindung junger Menschen in die Gestaltung und Entwicklung des FanHauses und der Angebote.
Vernetzung: Zusammenarbeit mit Eintracht Braunschweig, kommunalen Stellen, der KOS (Koordinationsstelle der Fanprojekte), der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG), dem AWO-Trägerverbund AWO-Passgenau sowie weiteren lokalen und überregionalen Partnern.
Einmal jährlich tagt ein Beirat, der das Projekt beratend begleitet. Vertreten sind darin u. a. die Fördermittelgeber, Eintracht Braunschweig sowie die Fanabteilung des Vereins.
Rolle am Spieltag
Das FanProjekt übernimmt am Spieltag eine sozialpädagogische Begleitfunktion. Im Rahmen des NKSS unterstützt es die Zielgruppe durch Anwesenheit, Beratung und Vermittlung – etwa auf An- und Abreisewegen, am Stadion oder im direkten Dialog mit Ordnungskräften.
Dabei nimmt es eine professionelle, neutrale Rolle ein und ist kein Teil der aktiven Fanszene. Für ordnungsrechtliche Maßnahmen oder das Verhalten der Fans ist das Projekt nicht verantwortlich.
Die FanHochschule
Die FanHochschule Braunschweig ist seit Juli 2025 Teil des AWO-Bezirksverbands Braunschweig und ergänzt das bestehende Angebot des Fanprojekts um ein innovatives Format politischer Bildungsarbeit für Jugendliche.
Lernort für Demokratie, Vielfalt und Erinnerungskultur
Im Rahmen der FanHochschule werden Workshops und Projektwochen für Schulklassen der Jahrgangsstufen 7 bis 10 angeboten. Thematische Schwerpunkte sind unter anderem:
* Antidiskriminierung und Vielfalt
* Demokratie und gesellschaftliche Teilhabe
* Medienkompetenz und Meinungsbildung
* Nachhaltigkeit und Fair Play
* Erinnerungsarbeit und historisch-politische Bildung
Neben interaktiven Unterrichtsformaten finden auch Exkursionen statt – beispielsweise zur Gedenkstätte Bergen-Belsen oder in Form biografischer Workshops.
Konzept und Netzwerk
Das pädagogische Konzept nutzt die emotionale Bindung junger Menschen zum Fußball als Zugang, um gesellschaftlich relevante Themen niedrigschwellig zu vermitteln. Die FanHochschule ist Teil des bundesweiten Projekts „Lernort Stadion“, das politische Bildung an derzeit 29 Standorten im Profifußball verankert. In Braunschweig bestehen Kooperationen mit Eintracht Braunschweig, dem Bezirksjugendwerk der AWO und weiteren Partnern. Ziel ist es, Jugendliche in ihrer Meinungsbildung zu unterstützen, Reflexionsprozesse anzustoßen und sie zur aktiven Mitgestaltung einer demokratischen Gesellschaft zu ermutigen.
Ansprechpartner FanHochschule:
Helge Keller
Koordinator FanHochschule
c/o Fanprojekt Braunschweig
Rheingoldstraße 34
38112 Braunschweig
Tel. 0176 11264873





