News
Ein Raum des Austauschs
Parlamentarischer Abend der AWO Niedersachsen Landesarbeitsgemeinschaft
Der Austausch untereinander ist in Zeiten, in denen die Bedrohung für unsere Demokratie allgegenwärtig ist, unabdingbar. Um Raum für diesen Austausch zu schaffen, hatte die AWO Niedersachsen Landesarbeitsgemeinschaft alle demokratischen Fraktionen des Landtages in das Alte Rathaus in Hannover eingeladen.
Begrüßt wurden die Anwesenden von der Vorsitzenden der AWO-Landesarbeitsgemeinschaft, Gabriele Siebert-Paul: „Die Arbeiterwohlfahrt steht seit mehr als 100 Jahren für Solidarität, Gerechtigkeit und Menschlichkeit. Für gelebte Verantwortung. Für ein Miteinander, das Menschen in schwierigen Situationen nicht allein lässt. Und für eine Haltung, die unsere Demokratie stärkt.“
Denn dass Demokratie nicht selbstverständlich ist, wird klar, wenn man den Blick auf andere Länder richtet – in denen die Demokratie ausgehöhlt und entkernt wird. Ein wichtiger Baustein für eine lebendige Demokratie hingegen sind die Wohlfahrtsverbände, die einen immensen Beitrag zum Leben vieler Menschen leisten. So auch in Niedersachsen, in denen unter anderem die drei Bezirksverbände der Arbeiterwohlfahrt – Braunschweig, Hannover und Weser-Ems, die Gesellschaft tagtäglich mit ihren Haupt- und Ehrenamtlichen gestalten.
„Sie begleiten Kinder in Kitas, pflegen ältere Menschen, beraten Familien, unterstützen Geflüchtete, helfen Menschen in Krisen. Sie gehen dahin, wo Unterstützung gebraucht wird“, weiß Gabriele Siebert-Paul. Und sie stellt klare Forderungen an die Politik: „Ein ‘Herbst der Reformen‘ darf kein Synonym für sozialen Rückbau sein. Reformen müssen Chancen schaffen, nicht Ängste verstärken. Kinderarmut darf kein Dauerzustand sein. Jedes Kind hat ein Recht auf faire Startbedingungen. Pflege darf niemanden in Armut treiben – weder diejenigen, die gepflegt werden, noch diejenigen, die pflegen. Integration und Teilhabe müssen selbstverständlich sein. Vielfalt ist eine Stärke unseres Landes, kein Risiko. Und soziale Infrastruktur braucht Verlässlichkeit. Sie ist kein Kostenfaktor, sondern Fundament einer stabilen Gesellschaft.“
Ein Grußwort hielt außerdem Dr.in Tanja Meyer, Landtagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen und bedankte sich für die Arbeit der AWO in Niedersachsen: „Sie mahnen – zusammen mit der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege – immer wieder zu recht in unsere politische Richtung, dass wir die Verantwortung tragen, mit Ihnen zusammen eine gerechte, eine soziale, eine inklusive Zukunft zu gestalten. Eine Zukunft, in der die Menschen hier bei uns (und darüber hinaus) frei, selbstbestimmt und ohne Angst leben können.“ Auch der Minister für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung des Landes Niedersachsen, Dr. Andreas Philippi, richtete einige Worte an die Anwesenden und betonte: „Eine Investition in das Soziale ist eine Investition in die Zukunft.“
Die Bedeutung des Sozialstaates hob Dr. Marvin Deversi, Vorstand des AWO-Bundesverbands, hervor: „Die Welt schaut oft voller Bewunderung auf unseren Sozialstaat. Die Welt sieht: ‚Germany cares – Deutschland kümmert sich.‘ Ich will, dass das auch so bleibt. Damit das gelingt, braucht es Bundesländer, die mutig vorangehen. Länder wie Niedersachsen. Menschen wie Sie, die heute hier sitzen. Und eine AWO, die Haltung zeigt.“
Zum Abschluss der Redebeiträge wandte sich Rifat Fersahoglu-Weber an die Politiker*innen und Freund*innen der AWO. Der Geschäftsführer der Landesarbeitsgemeinschaft AWO in Niedersachsen betonte noch einmal die Relevanz des Abends: „Wir wollen für die Menschen in Niedersachsen das Beste erreichen. Besonders für diejenigen, die keine Lobby haben. Die auf eine starke, verlässliche und handlungsfähige soziale Infrastruktur angewiesen sind, die immer auch zum Erhalt der Demokratie beiträgt. Dafür setzen wir uns gemeinsam, mit Leidenschaft, mit Klarheit und mit Haltung ein.“









