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Deutsch-Israelischer Fachkräfteaustausch
Gemeinsam für die Kinder- und Jugendhilfe
Voneinander lernen – über Grenzen hinweg, das stand im Mittelpunkt eines deutsch-israelischen Fachkräfteaustauschs, der Anfang September im AWO-Bezirksverband Braunschweig stattfand. Zu Gast war eine Delegation aus 10 Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe aus Netanya in Israel. Denn bei allen Unterschieden zwischen Israel und Deutschland und den Hilfesystemen beschäftigen die Fachkolleg*innen viele ähnliche Fragen: Wie können wir Kinder, Jugendliche und Familien bestmöglich unterstützen? Wie müssen sich Angebote verändern, wenn sich gesellschaftliche Rahmenbedingungen verändern? Wie kann eine wirklich inklusive Jugendhilfe gelingen? Und vor allem: Was können wir voneinander lernen?
Die Delegation wurde von AWO-Geschäftsbereichsleiter der Jugend- und Erziehungshilfen Nils Borkowski und einem Team der AWO-Jugend- und Erziehungshilfen begleitet. Auf dem Programm standen Fachbesuche und Fachkräftegespräche in sehr unterschiedlichen Einrichtungen des AWO-Geschäftsbereiches.
„Internationaler Austausch ist sehr wertvoll für uns“, sagte Falk Hensel, Geschäftsfeldleiter Familie und Soziale Dienste, in seiner Begrüßungsansprache im ThinkPool auf dem AWO-Kampus. „Internationaler Austausch bedeutet für mich nicht, dem anderen zu erklären, wie es richtig geht. Es bedeutet, zuzuhören, Fragen zu stellen, Unterschiede auszuhalten, Erfahrungen miteinander zu teilen und bereit zu sein, die eigene Arbeit aus einer neuen Perspektive zu betrachten.“
Er stellte die vielfältigen Arbeitsbereiche des AWO-Bezirksverbandes Braunschweig vor und vermittelte, was die AWO ausmacht. „Dazu gehört das besondere Zusammenspiel von staatlicher Verantwortung und Freier Wohlfahrtspflege in Deutschland. Dazu gehört unser Anspruch, soziale Dienstleistungen immer wieder weiterzuentwickeln und neue Wege zu gehen. Und dazu gehören vor allem unsere Werte. Wir stehen für Solidarität, soziale Gerechtigkeit, Demokratie und Vielfalt. Und wir beziehen klar Stellung gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus, Rassismus und jede Form von Ausgrenzung“, betonte Hensel.
Wie die Arbeit in den AWO-Einrichtungen aussieht, konnten die israelischen Gäste bei Besuchen verschiedener Jugendhilfeeinrichtungen des Verbandes sehen, sie besuchten u. a. das Förderzentrum Lotte Lemke in Brauschweig, das AWO-Institut für ambulante systemische Lösungen (IASL) am Braunschweiger Hagenmarkt, die Wohn- und Tagesgruppen des Haus am Anger sowie die Salto Suchthilfe in Salzgitter. Zudem wurden sie im Rathaus durch Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum empfangen.
Geschäftsbereichsleiter Nils Borkowski und seine Kolleg*innen aus der Kinder- und Jugendhilfe hatten die Gelegenheit, sich auch sehr persönlich mit den israelischen Gästen auszutauschen. „Wir erleben, dass es in der sozialpädagogischen Arbeit viele Übereinstimmungen zwischen Deutschland und Israel gibt. Das alltägliche Leben der Kolleginnen könnte dagegen gegensätzlicher kaum sein. Eigene Töchter und Söhne, die aktuell beim Militär sind und kämpfen, zahlreiche Angehörige und Freunde, die im Krieg verletzt wurden oder gestorben sind und eine Zivilgesellschaft, die an vielen Stellen traumatisiert wirkt“, resümiert Nils Borkowski.
Der Besuch machte deutlich, bei allen Unterschieden verbindet die Kolleg*innen ein wesentliches Ziel: Kinder und Jugendliche zu stärken und ihnen gute Perspektiven für ihre Zukunft zu ermöglichen. Vielen Dank an unsere Gäste aus Israel für die Offenheit, die intensiven Gespräche und die Bereitschaft, Erfahrungen und Wissen zu teilen.
